Die ”Eisenbahn” in den Medien


4. DEHOGA-Frühlingsfest am 27. April
Auf dem Cannstatter Wasen präsentierten sich über 4000 Gastronomen und Hoteliers

Klare Worte an die Politik und eine großartige Stimmung in Grandls Hofbräuzelt: Beim 4. DEHOGA-Frühlingsfest am 27. April auf dem Cannstatter Wasen präsentierten sich über 4000 Gastronomen und Hoteliers starke Gemeinschaft, die kämpfen, aber auch feiern kann. Die große Branchentombola beim Frühlingsfest brachte einen Erlös von 25.000 Euro zugunsten der Ausbildung im Gastgewerbe, der durch einen 15.000-Euro-Scheck des Fördervereins aufgestockt wurde.

In 58 Bussen, organisiert von den DEHOGA-Kreisstellen, waren Verbandsmitglieder aus allen Teilen Baden-Württembergs nach Bad Cannstatt gekommen. „Ich bin stolz, dass wir als DEHOGA-Gemeinschaft eine solche Veranstaltung auf die Beine stellen können – das größte Branchenfest des deutschen Gastgewerbes. Herzlichen Dank an alle Beteiligten und besonders an unsere 47 Kreisstellen für diese großartige Organisationsleistung", erklärte DEHOGA-Präsident Fritz Engelhardt vollbesetzten Festzelt.

_MG_9165  _MG_9021

Im Mittelpunkt der stimmungsvollen Veranstaltung: Die politische Kundgebung und damit der geballte Protest der Wirte und Hoteliers gegen Mindestlohn-Bürokratie und praxisferne Arbeitszeit-Regelungen. DEHOGA-Präsident Engelhardt redete Klartext: „Was seit Jahresbeginn politisch auf uns einprasselt – das Mindestlohngesetz und seine Nebenwirkungen – sprengt das Maß des Erträglichen.“

Dabei seien die 8,50 Euro Stundenlohn nicht das größte Problem. „Es gibt ja auch in unseren Reihen viele Befürworter des Mindestlohns – und wir sagen als Verband klar: Gute Arbeit verdient fairen Lohn.“

Bild2  DSC_7153

Zu schaffen mache der Branche allerdings die Mindestlohn-Bürokratie. Konkret: die Pflicht zur Arbeitszeit-Dokumentation von der ersten Stunde an. „Die Bürokratie-Last für unsere Betrieb wächst seit Jahren.“ Mit der diskriminierenden Arbeitszeit-Aufzeichnungspflicht – andere Branchen müssen nicht von der ersten Stunde an dokumentieren – sei die Zumutbarkeitsgrenze überschritten.

Engelhardt wörtlich: „Wir wollen für unsere Gäste da sein. Wir stehen selbst im Betrieb – an der Rezeption, in der Küche, im Service und haben keine Verwaltungsabteilung, die uns den Schreibkram erledigt. Das tun wir selbst – nachts und am Ruhetag. Und kein Hahn kräht danach, ob wir auf 8,50 Euro Stundenlohn kommen.“
Große Schwierigkeiten bereite vielen Betrieben auch die 10-Stunden-Obergrenze, die das Arbeitszeitgesetz festschreibt. Engelhardt: „So etwas funktioniert vielleicht in einer Stadtverwaltung oder in einer Bank. Aber bei uns? Bei uns bestimmt der Gast, wie lange wir arbeiten!“

DSC_7157  DSC_7239

Praktikum für Nahles?
Den Ratschlag von Bundesarbeitsministern Andrea Nahles, zusätzlichen Mitarbeiter einzustellen und in mehreren Schichten zu arbeiten, bezeichnete Engelhardt als „zynisch“. Denn, so Engelhardt: „Selbst wenn wir zusätzliche Mitarbeiter bezahlen könnten, würden wir sie auf dem Arbeitsmarkt nicht bekommen!“

Aber von „Leuten wie Frau Nahles, die noch nie in der Wirtschaft gearbeitet haben“, könne man so viel Bezug zur Lebensrealität wohl nicht erwarten, erklärte der Verbandspräsident, unter großem Beifall des Festbesucher und empfahlt der Arbeitsministerin zur Abhilfe ein „Praktikum in Küche und Service“ empfahlt. „Am besten gleich am 1. Mai – wir arbeiten da nämlich auch.“

Die wichtigsten Forderungen des DEHOGA an die Politik fasste der Fritz Engelhardt in drei Punkten zusammen:
Keine Diskriminierung bei der Arbeitszeit-Dokumentation! Wir wollen nicht mehr aufzeichnen müssen als andere. Weg mit der Aufzeichnungspflicht ab der 1. Stunde! Weg mit der Aufzeichnungspflicht für Familienangehörige und Minijobber!“
Mehr Flexibilität bei den Arbeitszeiten: 12 Stunden Arbeit pro Tag müssen möglich sein – an maximal an drei Tagen pro Woche, bei vollem Zeitausgleich und nur, wenn der Arbeitnehmer zustimmt.“
Macht endlich ernst mit dem Bürokratie-Abbau! Wir haben einen guten Vorschlag: 7 Prozent Mehrwertsteuer für alle Lebensmittelbranchen, also auch für die Gastronomie. Das ist unbürokratisch und sorgt für wirtschaftliche Impulse.“
 
Als Gastredner aus der Politik nahmen Vertreter aller vier im Landtag vertretenen Parteien Stellung zur Rede von Fritz Engelhardt: Dr. Nils Schmid, Alexander Bonde, Guido Wolf und Michael Theurer.

Hier kommen Sie direkt zum ganzen Artikel der DEHOGA.

DSC_7424  DSC_7438